Schuld und Sühne
nach F.M. Dostojewski
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Wir brechen in den Kosmos auf. Wir weiten die Grenzen menschlicher Erkenntnis. In einem Spaceshuttle. Im Cockpit. Wir tun Dinge die sonst keiner wagt zu tun. Mord ist ein Verbrechen. Mord ist Können. Aushalten-Können. Aber Raskolnikow stellt fest "Ich habe nichts gekonnt als Töten". In Fieberzuständen, selbstgewähltem Delirium erträgt der junge Student seine Schuld. Er bricht mit seiner Familie, verliebt sich in eine Prostituierte und beschwört seine Schwester keine unmoralischen Entscheidungen zu treffen. Die Grenzen seiner Möglichkeiten sind eng gespannt und er kann sie nicht weiten. "Der Falter fliegt von selbst in die Kerzenflamme." Wo ist die Erlösung? Wo ist Gott? Und wo kann man hingehen, wenn man nirgends mehr hingehen kann? Es beginnt eine Hetzjagd zwischen Gut und Böse - bis in den Weltraum, aber da ist Gott auch nicht

Mit: Tina Keserovic, Sophie Köster, Gabriel Raab, Florian Schmidt-Gahlen, Tobias Schormann, Lenja Schultze

Regie: Frederik Tidén / Bühne und Kostüme: Tatjana Kautsch / Dramaturgie: Margrit Sengebusch / Licht: Klaus Saller / Mentor: Johan Simons / Assistenz: Melina Pyschny und Prisca Baumann 

Otto-Falckenberg-Schule 2011
Körber Studio Junge Regie 2011

" [...] eine wirklich herauragende Kurz- und Kompress-Fassung von Dostojewskis 'Schuld und Sühne' die Frederik Tidén an der Otto-Falckenberg-Schule in München erarbeitet hat. Die ließe sich schon jetzt überall vorzeigen."
Michael Laages, Die Deutsche Bühne

“Für seine Abschlussinszenierung hat Frederik Tidén [...] sich den russischen Literaturklassiker zur schmalen Brust genommen und aus dem voluminösen Stück Belletristik knackige 80 Minuten Theater gefiltert. [...] Der junge Regisseur schafft Raum für nichts Geringeres als die ganz elementaren Sinnfragen, entzündet an dem Befund des Kosmonauten Juri Gagarin, der nach seinen Erdumrundungen erklärte, er habe im Himmel keinen Gott gesehen. Das tut er mit all jener kraftvollen, totalen Verzweiflung, zu der man nur mit Anfang 20 fähig ist. Frederik Tidén sollte man im Auge behalten.”
Matthias Hejny, Münchner Abendzeitung

"Was interessiert den jungen Schweden, der mit der Inszenierung seinen Regieabschluss an der Otto-Falckenberg-Schule macht, an einem Dostojewski im Schrumpfformat? Lust, einem Großen ans Bein zu pinkeln? Weit gefehlt. Er ist viel ernsthafter. Die Aufführung rückt die Frage nach Gut und Böse, letztlich also die Frage nach der Existenz Gottes, in ihr Zentrum. [...]Wir blicken von der Erde ins All und vom All auf die Erde. Das ist pathetisch, aber schön. Man fühlt sich in ein Planetarium versetzt, erinnert sich an die berühmte Szene mit James Dean, in Nicholas Rays 'Rebel Without a Cause'."
Florian Welle, Süddeutsche Zeitung