Letzte Bastion
zu Ehren von R. M. Schernikau
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"eine der großen kunstleistungen des westens ist der film the rocky horror picture show. zu einer der vorstellungen nahm ich meine freundin lydia mit, sie war die vorsitzende meiner parteigruppe und ich wohnte bei ihr, zum ersten mal weg von zuhaus. wir gingen in die rocky horror picture show, wir verließen das kino, lydia sah mich an und sagte: du weißt, daß das im sozialimus verboten sein wird. natürlich, sagte ich: natürlich."
Ronald M. Schernikau, Die Tage in L.

Der Schriftsteller Ronald M. Schernikau war 1989 der letzte Westler, der sich in die DDR einbürgern ließ, dasselbe Land aus dem er als Kind mit seiner Mutter geflohen war. Kurz nach der Wende starb er an AIDS. Sein Leben war ein Spagat zwischen Ost und West, zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen schwuler Extravaganz und kommunistischer Überzeugung. Am 20. Jahrestag des Mauerfalls beleuchten wir das Wirken eines Menschen, der die deutsche Teilung wie kein Zweiter erlebt hat.

Mit: Lea-Sophie Salfeld, Florian Innerebner, Tobias Schormann

Regie & Video: Frederik Tidén

Münchner Kammerspiele 2009
Osterfestival der Kunsthochschulen Maxim Gorki Theater 2011